Fotografieren ist eine meiner ältesten Leidenschaften, die mich trotz kreativer Pausen, die schon mal mehrere Jahre dauern können, nie losgelassen hat und mich vermutlich auch nie loslassen wird.

Ich weiß noch, wie ich meine Mutter fast zur Weißglut getrieben habe, als ich sie und meinen Vater für ein 08/15-Foto im Botanischen Garten in München so lange hin und her dirigiert habe, bis ich endlich mit meiner „Komposition“ (wenn man das so nennen kann – ich war damals so um die 12 oder 13 Jahre) zufrieden war.

Das Foto damals entstand mit der üblichen „Agfa Klick“, also durchschauen, abdrücken, zwei Wochen warten, bis die Bilder entwickelt waren, und dann feststellen, dass sie einen merkwürdigen Farbstich hatten.

So richtig Blut geleckt habe ich dann in der 12. Klasse, als ich ein Halbjahr lang Fotografie statt Kunstunterricht wählen konnte. Da hielt ich meine erste Spiegelreflexkamera in der Hand. Damals nur eine Leihgabe der Schule, aber von der ersten Berührung an wusste ich: Das ist meine Welt.

Zufrieden bin ich mit meinen Fotos leider nur selten, ich bin einfach zu perfektionistisch veranlagt und deshalb immer der Meinung, die Fotos anderer sind weit besser als meine. Diese Einstellung hat mir so manchen Foto-Workshop verhagelt, selbst wenn alles gepasst hat, vom Dozenten über die Motive bis zu den anderen Teilnehmern.

Vielleicht gelingt es mir ja irgendwann, mit mir ein wenig gnädiger zu sein und gelassener mit meinen in meinen Augen unzulänglichen Bilder umzugehen?

KI verwende ich (noch?) nicht, und auch die Bildbearbeitung beschränkt sich bei mir auf Anpassung von Kontrast, Sättigung etc. Ich tausche weder den Himmel aus noch montiere ich etwas in meine Bilder hinein. Erstens weil ich es nicht kann und zweitens weil es mir zu viel Aufwand ist. Und ich es ein bisserl als Beschi** empfinde. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.

Geheime Welten

Ihr habt es schon gesehen: ich habe ein Faible für Bilder mit Figuren aus dem Modellbau. Wobei – sind das wirklich leblose Figuren?
Habt ihr euch nicht auch schon einmal gefragt, wohin die Socken verschwinden, die ihr zwar in die Waschmaschine hineingetan habt, die aber nach dem Waschen nie mehr auftauchen?
Oder wo ist der Hausschlüssel, der gestern garantiert auf dem Küchentisch lag, und warum ist die Erdbeermarmelade auf einmal links oben im Kühlschrank, wenn sie doch sonst immer in der Tür steht?

Habt ihr euch solche und ähnliche Fragen auch schon gestellt, und kennt ihr das, wenn sich ganz hinten im Gehirn ein leiser Gedanke an Zwerge, Kobolde oder Geister regt, die dafür verantwortlich sind, dass die Schlüssel wieder mal ganz woanders auftauchen?

Klar, das sind alberne Gedanken, denn Kobolde und Co. gibt es natürlich nicht. Oder doch? Ist das leise Trippeln vielleicht doch keine Einbildung?

Ich arbeite übrigens gerade an einem Shop, in dem es meine Fotos als Wandbilder, auf Tassen, als Kalender etc. geben wird. Ich habe eine Handvoll meiner Bilder zwar auch bei mehreren Fotoagenturen untergebracht, aber die Erträge sind doch eher überschaubar. Im Regelfall bewegen sich die Einnahmen pro Bild bei 1 bis 2 US Cent (ja, Cent), wenn es mal 1 Dollar wird, ist das schon richtig gut.

Einmal habe ich für ein Bild 13 Dollar bekommen, das war – wie ich später herausgefunden habe – ein echter Mega-Deal.

Schade nur, dass man nie erfährt, wer die Bilder gekauft hat und wie sie verwendet werden. Das würde mich schon interessieren, gerade wenn jemand einen höheren Preis dafür bezahlt.

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