
Lange habe ich das Weiterschreiben vor mir hergeschoben.
Erst ging es mir über Monate hinweg ziemlich mies (Stichworte: Rheuma und Black Dog), so dass ich den Kopf nicht frei hatte, aber selbst, als ich dann wieder so halbwegs in der Spur war, habe ich einen großen Bogen um den Schreibtisch gemacht.
Ich konnte mich einfach nicht aufraffen, an Ludwig weiterzuarbeiten. Aber warum nur? Es ist doch mein Herzensprojekt!
Weil es nicht das erste Mal war, dass ich an einem Roman einfach nicht weiterschreiben wollte, kannte ich das schon, und wusste deshalb auch den Grund: Irgendetwas Entscheidendes passte nicht, und bevor ich das nicht auf die Reihe bekomme, wird’s mit dem Weiterschreiben nichts. Jetzt musste ich nur noch herausfinden, was nicht passte. Ganz einfache Kiste (/Ironie Ende).
Wobei – eigentlich ist es tatsächlich einfach. Bei meinem dritten Toni-Stieglitz-Roman war es das Ende. Mit dem Ende, das ich mir ursprünglich ausgedacht hatte, war ich nie zufrieden. Also musste ein neues her. Die Rettung kam in Form einer Mega-Idee meines Mannes und schwupp – der Roman war gerettet.
Okay, das Ende ist es bei Ludwig nicht, das steht ja mehr oder weniger fest. Also eigentlich sehr fest. Dann konnte es nur noch was zwischendrin oder am Anfang sein. Lange Rede, kurzer Sinn: Es war der Anfang. Mit dem war ich nämlich von Beginn an unzufrieden. Glücklicherweise war da auch immer eine Idee für einen alternativen Anfang, an die ich mich aber nie so recht rangetraut habe. Warum, weiß ich selbst nicht.
Tja, und weil den Mutigen die Welt gehört, habe ich den Anfang neu geschrieben – und prompt habe ich wieder Lust, an Ludwig zu arbeiten. Also vor allem zu überarbeiten, denn bei einem Besuch in der Residenz in München ist mir aufgefallen, dass eine Szene so, wie ich sie geschrieben habe, nicht funktionieren kann. Es ist halt nicht ganz verkehrt, wenn man sich seine Schauplätze auch mal live und in Farbe ansieht und nicht nur in Büchern oder auf dem Bildschirm.
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